Es darf gefeiert werden !

80 Jahre Landmaschinentechnik Dallmann

Kuhstedt (ls). Benno Dallmann kann stolz auf eine Tradition zurückblicken, die sein Großvater begründet hat. 1925 war es, als Carl Dallmann in Revenahe eine Schmiede eröffnete. Nach kurzer Zeit hatte er sich das Vertrauen der Bauern aus der näheren Umgebung erworben. Der Betrieb wuchs und so stand 1938 der Umzug nach Kuhstedt an. Hier ist der Betrieb auch heute noch an der Hauptstraße unübersehbar ansässig. Herbert Dallmann übernahm den Betrieb von seinem Vater und baute ihn tüchtig aus. Nicht mehr nur die Schmiede sondern Dallmann-Landtechnik war nun im gesamten norddeutschen Raum in aller Munde. Schlepper und Pflüge wurden vertrieben und selbstverständlich der entsprechende Service dafür übernommen. Gut ausgebildete Fachkräfte und ein umfangreiches Ersatzteillager rundeten das Angebot ab. Die Schlagkräftigkeit des Betriebes bei Service- und Reparaturarbeiten wurde durch schnellen Einsatz auch direkt vor Ort beim Kunden unter Beweis gestellt. Mit den Aufgaben wuchs der Betrieb. Auch flächenmäßig. „Rund zehntausend Quadratmeter groß ist die Betriebsfläche jetzt “, erklärt Benno Dallmann. Mit 25 Jahren hat er den Betrieb 1988 wiederum von seinem Vater übernommen. Nach wie vor zeichnen Flexibilität und schneller Einsatz Dallmann-Landtechnik aus. Das Programm ist umfangreicher geworden. Die Anforderungen an den Service ebenso. Benno Dallmann: „Diverse Landmaschinen sind Unikate. Wir müssen und können uns darauf einstellen und auch dafür den Service bieten.“ Zu den Schleppern sind Silierwagen, Erntemaschinen, Miststreuer, Häckseltransportwagen, Güllefässer und einiges an Kleingeräteprogramm mit aufgenommen worden.

Pferde haben den Betrieb eigentlich immer begleitet. Großvater Carl hat sie beschlagen. Vater Herbert hat sie auch schon mal in Zahlung genommen. Und Benno Dallmann? „Meine Tochter reitet gern auf ihnen.“ Er selber kümmert sich um die größeren Pferdestärken. Wo ein Schlepper früher mit 15 PS auskam sind heute schon mal bis zu 200 PS unter der Haube. Und die Erntemaschinen bringen locker ihre 500 PS mit. Die moderne Technik hat längst Einzug gehalten. 80 Jahre - ein schöner Geburtstag für einen Betrieb in der heutigen Zeit. Für Benno Dallmann und seine Mannschaft kein Grund in Müßiggang zu verfallen. „Service für die Großraummaschinen - da ist man gefordert.“

Trotz teilweise schwerer Zeiten, die wohl jeder Betrieb mal durchmacht, ist das Betriebsklima nicht auf der Strecke geblieben. Das beweisen die langen Betriebszugehörigkeiten einzelner Mitarbeiter. 20, 30 ja fast 40 Jahre in einem Betrieb - das spricht für sich. Wenn dann der Vater auch noch seinen Sohn mit in den Betrieb einbringt, wie das bei Otto Flathmann und seinem Sohn Jens der Fall ist, scheint das Aussage genug zu sein.

Dass die Mannschaft zu feiern versteht, wollen sie am 2. Oktober beweisen. Da sind Freunde und Kunden eingeladen über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges zu reden. Der Tag der offenen Tür wird unter dem Motto „Erntefrühschoppen“ sicherlich etliche Besucher anlocken. Ein „Gedeck“ aus Wurst und Bier für 50 Cent - wer ließe sich da nicht locken? Der Freundschaftspreis dient nicht zur Deckung der Kosten, sondern wird einer gemeinnützigen Einrichtung gespendet.

Kuhstedt (ls). Der Fortschritt macht auch auf dem Lande nicht halt. Und irgendwie hat die Familie Dallmann wohl immer schon den richtigen Riecher dafür gehabt. So hofft Benno Dallmann, dass er zum Jubiläum die ersten Aktivkohlefilter für Biogasanlagen verkauft hat.

Biogasanlagen sind ja seit geraumer Zeit eine attraktive Möglichkeit für Landwirte Energiewirte zu werden. Biomasse, also Gülle oder nachwachsende Rohstoffe, werden in so genannten Fermentern zersetzt und in Gas umgeformt. Dieses Gas treibt Generatoren an, die ihrerseits Strom erzeugen. Auch die anfallende Wärme kann sinnvoll genutzt werden. Diverse Höfe, ja sogar ganze Dörfer bedienen sich inzwischen dieser Technik, um umweltfreundlich Energie zu erzeugen und sich unabhängig zu versorgen. Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt: Die eingebrachte Biomasse ist für die Landwirtschaft nicht verloren sondern nach wie vor nutzbar.

Nachteilig war bislang der in den Fermentern entstehende Schwefel beziehungsweise die schweflige Säure. Diese greift den Beton und die Generatoren an. Und das soll durch die neuen Aktivkohlefilter verhindert werden. Es sei sogar eine völlige Entschwefelung meßbar, erklärt Benno Dallmann. Hier würden mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die Biogasanlage hält länger, braucht weniger Service. Die Anlage arbeitet effektiver. Die anfänglichen Kosten relativieren sich schon allein dadurch. Doch es kommt noch besser. Die mit Schwefel gesättigte Aktivkohle kann als Dünger wieder auf das Feld eingebracht werden. Der Kreislauf ist wieder geschlossen. Benno Dallmann als alleiniger Vertrieb für die neue Technik der Aktivkohlefilter hat sich inzwischen zu einem Fachmann darin gemausert. Also noch ein Grund, am Sonntag, den 2.Oktober zum Tag der offenen Tür zu gehen.